© Tierfreunde Rhein-Erft
Gustel Hallo, ich bin die Gustel. Ich bin schon zehn Jahre alt und seit über einem Jahr Pulheimerin. Selbstverständlich bin ich angemeldet und versichert. Menschen meinen ja, das muss so sein - na ja, und ehe “meine Leute” Ärger kriegen … erledigt.
Heute erlaube ich mir, auch mal etwas zu meinem Wohnort zu sagen. Bis ich herkam hatte ich leider kein gutes Hundeleben. Zum Glück nehmen “meine Leute” nur Hunde mit Vorgeschichte und das schon viele Jahre. Zunächst einmal - das neue Zuhause ist das, was ich mir als kleiner Hund immer gewünscht habe - ein eigenes Körbchen in der Stube (nicht wie vorher eingesperrt in der Garage!). Das Futter stimmt.  - Ich freue mich immer auf Futter und wenn es “an der Zeit ist”, belagere ich Herr- chen ebenso, wie es mein Hundekumpel Charly macht. PS: Die Tierärztin meint, ich stehe zu gut im Futter. Darum werde ich z.Z. etwas knapp gehalten. Das finde ich nicht so toll - weil Futter doch so lecker schmeckt. Wir kriegen Streicheleinheiten, werden angesprochen, Herrchen und Frauchen spielen mit uns - alles prima. Darum sind wir auch so ausgeglichene Hunde. Wir bellen nicht übermäßig. Nur wenn es schellt - aber das dürfen wir ja wohl! Wir beißen niemanden. Aber sollte mal einer versuchen, unseren Leuten was zu tun - na dann … wahrscheinlich! - Ist wohl auch verständlich. Es hat aber noch niemand ausgetestet. Unsere Nachbarn kennen uns. Wir sind immer freundlich zu ihnen und die zu uns und unseren Leuten. Jaaaaaa und dann…, diese Menschen verstehen uns, wenn wir raus müssen und vor allem, die Spaziergänge, die keine sind. Nachdem ich mich eingelebt hatte, darf ich viel frei laufen. Klar, nur da, wo mir und Menschen nichts passieren kann. Weil ich fremde Hunde nicht sonderlich mag, komme ich bei Begegnungen fast immer sofort an die Leine. Da war mal was in meinem Vorleben … - Das konnte ich meinen Leuten nur noch nicht alles so klar erzählen. Wir steigen immer ins Auto und fahren dorthin, wo meine Menschen sich erholen können und wo mein Hundekumpel Charly, der Pekinese, und ich schnüffeln, spielen, rennen und hopsen könnnen. Oh, ich weiß genau “meine Zeiten”, wann ich meine Leute darauf ansprechen kann - “lasst uns fahren, wir wollen uns bewegen.” Letztendlich ist es auch für unsere Leute gut - wir sind ihre Personal-Trainer - und das bei jedem Wetter! So sind wir ausgelastet, bellen nicht rum und vor allem: Wir haben es nicht nötig, vor anderer Leute Häuser unsere Häufchen abzusetzen. Appell an meine Stadt: Neulich war mal wieder so eine Zeit, die ich so gar nicht mag: Herrchen war mit dem Auto fort und wir konnten nicht mit. Es blieb uns keine andere Wahl. Wir mussten in Pulheim unsere Runde gehen. - Leute, welch ein Unterschied! Der Asphalt war viel zu heiß für unsere Pfoten. Nirgendwo fanden wir Schatten - außer vor Häusern. Überall war es laut. Die Autos waren über- all in unserer Nähe - nirgendwo frische Luft, nur der Benzingestank. Da war nix mit mal für ein Weichen vor der Leine!!! Ich weiß nicht, wieso es sich die Gemeinden erlauben können, für uns Luxussteuer zu fordern, ohne uns nur den geringsten Luxus zu bieten; im Gegenteil, unsere Leute nur mit Verboten und Geboten zu belegen. Das alles finde ich unangemessen und hiermit protestiere ich auf’s Schärfste. Hier sind keine ausreichenden Grünflächen in fußläufig zu erreichender Nähe. Der sog. Nord- park ist für uns ein Witz - nirgendwo Schatten oder Windschutz. Nee, da sind wir im Stommel- ner Busch oder im Königsdorfer Wald Besseres gewohnt. Und an der Laache - Hunde an die Lei- ne! Wo bitte, dürfen wir in Pulheim mal Hund sein? Wo können wir mit Herrchen und Frauchen mal entspannt spazieren gehen - und zwar ausgiebig? - Ich habe noch nichts entdeckt. Oder wohnen hier nur Leute, die das nicht brauchen? Unser Frauchen ist der Gemeinde schon vor Jahren mehrfach auf die Bude gerückt und hat ge- beten, sowas einzuplanen. Und was geschieht? Das nahe gelegene Feld wird auch bebaut und von Straßen durchzogen. Demnächst gibt es überhaupt kein Gebiet mehr hinter der Bahn zum Gassi- gehen, wenn Herrchen mal wieder mit dem Auto weg ist und wir nicht mit können. In Berlin - so habe ich gehört, hat man die Mauer schon vor meiner Zeit abgerissen, an der Geyener Straße allerdings solche Ungetüme aufgebaut - tz tz tz. Da kann ich nur mit meinen Ohren schlackern. Verstehe einer die Verwaltung … Mir jedenfalls graut schon heute davor, wenn ungewollt “Pulheimer Runden” anstehen - serbst- verständlich mit Tüten im Gepäck. Nur wohin damit??? Es grüßt eine traurige und unzufriedene Gustel mit Kumpel Charly, dem Pekinesen
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