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Neues aus der Igelstation

Jede Igelsaison ist anders Nachstehend Infos 2017 (mit Update 2018 s. unten) In jedem Jahr sind Igelstationsbetreiber vor neue Herausforderungen gestellt. 2017 begann die Babysaison sehr früh und heftig. Die meisten bisher in der Station vorgestellten Tiere waren Säuglinge und Jungtiere, oft schon in einem erbärmlichen Zustand, so, dass die Ausfallquote entsprechend traurig hoch ausfiel. In den letzten Jahren erlebe ich, dass kaum noch uralte Tiere leidend ge- funden und in die Stationen eingeliefert werden. – Durchschnittlich sind eingelieferte Tiere um die 2-4 Jahre alt. War früher der Lungenwurm beim Igel der führende quälende Parasit, ist es 2017 häufiger der Darmhaar- wurm. Kannten wir vor Jahren hier im Gebiet den Darmsaugwurm noch gar nicht, ist er heute sehr häufig mit entsprechender Symptomatik zu finden. Auffallend ist, dass immer wieder Würfe kommen, von denen 1-2 Jung- tiere trotz normalem Verhalten, trotz gutem Fressverhalten einfach nicht gedeihen. Ich nenne sie Bonsai-Igel. – Es ist sehr häufig, dass diese Tiere nach langer Zeit in der Station einfach von jetzt auf gleich ihr Leben been- den, ohne dass ein Grund dafür ermittelt werden könnte. Es sind keine be- sonderen parasitären Belastungen erkennbar, keine Infektionen. – Derar- tige Fälle kannten wir früher nicht. Immerhin betreibe ich die Station fast 40 Jahre. Leider ist mir wissenschaftliches Arbeiten nicht möglich. Die Erfahrungen beruhen ausschließlich auf Beobachtungen. Die Verletzungen mit Gartengeräten haben zugenommen; besonders die Verletzungen durch Rasentrimmer etc. Nachweisliche Verletzungen durch Mähroboter habe ich noch nicht zu Ge- sicht bekommen; aber darüber wird nun häufig in den Medien berichtet. Dieses Thema gilt es noch zu untersuchen. Leider sind die Rasentrimmer so gebräuchlich - ohne einen Gedanken an  Schäden für bodenlebenden Tieren zu verschwenden. Warnhinweise von Herstellern werden gern überlesen und nicht beachtet. Das Gefährdungs- potential ist enorm. Das Patientenaufkommen in den Stationen ist stark angestiegen. Das heißt aber auf keinen Fall, dass es mehr Igel gibt und sie unseren Schutz nicht brauchen. Noch immer ist der Igel das am häufigsten in tierärztlichen Praxen vorge- stellte Wildtier. Gegenstand veterinärmedizinischer Ausbildung ist der Igel leider immer noch nicht. Entsprechend hilflos und restriktiv, teils widerwillig, ist die Hilfestellung von Seiten der Tierärzte. Viele Stationen öffnen und schließen; das Potential an Hilfsmöglichkeiten und Können variiert erheblich und ist räumlich unterschiedlich stark ver- teilt. Die Lebensräume der Igel sind so unterschiedlich strukturiert, dass keine verlässliche Aussage möglich ist, ob der Igel zunehmend gefährdet ist. Es ist immer wieder verwunderlich, aus welchen oft völlig ungeeignet er- scheinenden Habitaten Igel gemeldet und gefunden werden. Allerdings macht es den Anschein, wenn man die Veränderungen der Lebensräume kritisch beobachtet, dass sie qualitativ, wie auch quantitativ abnehmen. Ursächlich ist die weiträumige Zersiedlung der Landschaften, zerschnitten von immer mehr Straßen. (für Igel sehr gefährlich!). Die Anpassung der Tiere an die veränderte Situation ist oft unglaublich. Allerdings stelle ich eine deutlich sinkende Lebenserwartung fest. Der Trend geht zum Eigenheim, Grund und Boden ist teuer, also werden die Grundstücke kleiner, man grenzt sich zunehmend durch undurch- lässige Zäune voneinander ab. Man möchte bald im Grünen wohnen und dem Nachbarn nicht zu viel Einsicht in das Privatleben geben. Also werden schnell wachsende, nicht heimische Pflanzen angebaut, die der heimi- schen Insektenwelt weder Nahrung noch Kinderstube bieten – notwendige, vielseitige Igelnahrung ist zunehmend nicht mehr vorhan- den. Der Artenrückgang wird von allen großen Naturschutzorganisationen beklagt. Die Landwirtschaft kommt kaum noch ohne Chemie aus, es fehlen Zwi- schenbiotope, Rückzugsräume und Wanderrouten. Zu enge Zuchtlinien sind die natürliche Folge. Die Gefährdung bodenlebender, vor allem nachtaktiver Tiere nimmt rasant zu. Was man nicht sieht am Tag, wird zu oft nicht bedacht und wahrge- nommen. Ob die Vermehrungsrate zunimmt, kann ich nicht beurteilen, ich schätze aber, dass die Überlebensrate von Jungtieren sehr stark sinkt. Ich betone noch einmal – ich kann nicht wissenschaftlich arbeiten, be- obachte aber schon viele Jahre bedrohliche Veränderungen der Natur, die zu einem Artenverlust führen. Das bestätigen auch Naturschutzvereine immer wieder. Wenn ein Thema aufgenommen wird, betrifft es häufig nur eine Art, die verstärkt geschützt werden soll. Zu wenig Augenmerk wird auf Zusam- menhänge gelegt – habe ich den Eindruck. Aber nichts kann isoliert be- trachtet werden. Im Augenblick scheint auch unter den Menschen das Bewusstsein für Zusammenhänge in der Natur und die Wertschätzung von Natur und Tieren sehr nachgelassen zu haben. Der Hang zur Pflegeleichtigkeit und Ordnung in Gärten ist deutlich. Wildkräuter werden kaum zugelassen, heimische Pflanzen werden zugunsten von Steinbelag in Vorgärten oder Steinzäunen statt Hecken eliminiert. Sollte ich mich so sehr täuschen? Sind wir Natur- und Tierschützer in der Tat nur noch nicht ernst genommene Rufer in der Wüste? – Quo vadis Welt? Ich denke der alte Cree-Indianer hatte Recht: erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fisch gefangen ist, werden wir mer- ken, dass man Geld nicht essen kann. In großer Sorge um die Sympathieträger Igel, vieler anderer Tiere und Pflanzen Karin Oehl Pulheim, im Juli 2017 Dringender Appell der Tierfreunde an Igelfinder*innen Igelhilfe und Tierarztinfos (Stand 02.05.2017) Herbstzeit ist Igelzeit; Neuauflage von Karin, Stand: Sept. 2017 Kurz notiert: Igelnotfall Toter Igel vor der Station abgestellt: Neues aus der Station - 1. Update Mai 2018 - Igelwelpen Winzis Lebenslauf … (31.05.2018) Diese Igelei (Karin Oehl, 07.06.2018) Bitte schauen Sie genau hin und nicht weg… … Rasentrimmerverletzungen - oft mit schlimmsten Folgen Wollt Ihr das? - Es war einmal ein Igelgesicht… Wieder sind Rasentrimmer verantwortlich… Ein Tag in der Igelstation… (Karin Oehl, 04.07.2018) Et kütt, wie et kütt… (Karin Oehl, 09.07.2018) Es gibt auch noch Wertschätzung… Igelschutz hat auch etwas mit Hilfe für Menschen zu tun… Termin: Qualifizierungskurs für Tierärzte am 15.09.2018 Flyer: Mähroboter - gefährlich für Igel (Pro Igel e.V., 16.08.2018) Nachfolge dringend gesucht. - Nur Mut! Der letzte Winter mit den Igelkindern - KStA/RS vom 07.09.18 Igel-Flyer 2018 des BMT e.V. Kleiner Einblick in Stationsarbeit… NN
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Päppeln von Igelsäuglingen
Typische Rasentrimmerverletzung:   schmerzhaft, zunächst nicht töd-   lich; dann infiziert - Schmeißflie-   gen haben sich gefreut - Maden ihr  Werk getan! Augen fehlen - Hirn  entzündet. Die Maden sind bis da-   hin durch! - Keine Hilfe mehr mög-   lich. 
Vorderbeinchen offen gebrochen u. hochgradig infiziert. Anstelle sofortiger Euthanasie er- folgte Zuweisung durch einen Tier- arzt. Sprechblase ohne Worte…
Einen Tag junge Igelwelpen mit Mutter
Handaufzuchten erfordern Fütterung  u. Toiletting im Zwei-Stundentakt rund um die Uhr. Deshalb nicht nur Vorsicht bei Gartenarbeiten; auch bei Bau- u.  sonstigen Arbeiten im Außenbereich!  Die beste Station kann die Igelmutter  nicht ersetzen.
Fütterung im Zwei-Stunden-Takt
Toiletting nach jeder Fütterung
Neuzugang vom 14.06.18 u. avisiert 4 mutterlose Welpen
Stationsrarität 2018: leuzistischer Igel - eine Laune der Natur
Zwei Raritäten 2018 - Leuzi und Albi - unterwegs…